Krankenkasse für Selbstständige

Selbstständige müssen sowohl bei privaten als auch bei gesetzlichen Krankenversicherungen deutlich höhere Beiträge im Vergleich zu Arbeitnehmern aufwenden. Je nach Einkommen und Familienstand kann ein gesetzlicher Anbietern dennoch häufig die günstigere Alternative darstellen. Der aktuelle Krankenkassentest von Focus-Money zeigt, bei welchem Anbieter Selbstständige die besten Leistungen für ihr Geld bekommen.

Die Top 5 der deutschen Krankenkassen

Zusammen mit dem Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) hat Focus-Money (Ausgabe 21/2015) anhand von sieben beispielhaften Versichertenprofilen und neun Bewertungskriterien die besten deutschen Krankenkassen ermittelt. Besonders berücksichtigten sie dabei Zusatzleistungen wie Bonusprogramme, Bezuschussung der individuellen Gesundheitsförderung und Wahltarife. Unterschieden wurde zwischen Anbietern auf Bundesebene und solchen auf Regionalebene.

Als bundesweit beste gesetzliche Krankenkasse geht die Techniker Krankenkasse hervor. Das Top 5-Ranking umfasst die folgenden Anbieter:

  • Techniker Krankenkasse
  • Hanseatische Krankenkasse
  • DAK-Gesundheit
  • Securvita BKK
  • actimonda Krankenkasse

Unter den regional geöffneten Krankenkassen wurde die AOK Baden-Württemberg zum Testsieger gekürt. Dicht dahinter sind die IKK Südwest, die AOK Plus, die AOK Nordwest und die mhplus Betriebskrankenkasse platziert.


Besonders attraktiv für Selbstständige: Zusatzleistungen

Für Unternehmer erfolgt die Beitragsberechnung bei der gesetzlichen Krankenversicherung genau wie für Arbeitnehmer abhängig vom Verdienst. Der Beitragssatz ist bei ihnen allerdings fast doppelt so hoch. Denn während sich Angestellte den gesetzlichen Grundbeitrag von 14,6 mit ihrem Arbeitgeber teilen, müssen Selbstständige den Beitragssatz von 14 Prozent allein übernehmen. Bei einem gewünschten Anspruch auf Krankengeld erhöht sich ihr Beitragssatz auf ebenfalls 14,6 Prozent.

Um diese Beitragsbelastungen zu senken, bieten einige gesetzliche Krankenversicherungen die Möglichkeit an, einen Selbstbehalt-Tarif zu wählen. Dabei bezahlt das Kassenmitglied Behandlungs- uns Arzneimittelkosten bis zu einem bestimmten Betrag pro Jahr aus eigener Tasche – ausgenommen sind die standardmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Als Gegenleistung erhält es Prämien bis zu 600 Euro. Geld sparen können gesetzlich versicherte Selbstständige auch durch gesundheitsförderliche Aktivitäten, wie etwa Sport, Stressreduktion oder medizinische Maßnahmen zur Früherkennung. Diese und ähnliche Kriterien hat Focus-Money im Test der gesetzlichen Krankenversicherungen besonders berücksichtig.

GKV vs. PKV: Einkommen und Familienstand sind entscheidend

Eine gesetzliche Krankenkasse zeichnet sich durch einen einheitlichen Beitragssatz für alle selbstständig Erwerbstätige aus, der sich am individuellen Einkommen orientiert. Kinder und geringverdienende Lebens- oder Ehepartner können häufig kostenlos mitversichert werden.

Eine private Krankenversicherung kann sich dagegen vor allem für Selbstständige mit hohem Einkommen lohnen, da diese in einigen Fällen verhältnismäßig geringere Beiträge zahlen. Grund: Private Anbieter berechnen den Versicherungsbeitrag nicht auf Grundlage des Einkommens, sondern anhand von Risikofaktoren, beispielsweise Alter und Gesundheitszustand.